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Plastikfrei – Zahnpflege mit Zahnpasta und die Alternativen

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Zahnpflege. Was braucht man wirklich?

Auf der Suche nach Alternativen, beschäftigte ich mich gerne zunächst einmal mit der Historie. Wie fing das eigentlich alles so an? Gehört zu einer meiner Lieblingsfragen.

Heute geht es um das Thema Zahnpflege.

Wie wurde damals die Zahnpflege praktiziert?

Zu der Zeit der Römer wurden Pülverchen wie Asche von verbrannten Knochen, Muschelschalen, Bimsmehl, Natron mit Myrrhe gemischt und zerriebenes Salz für die Zahnpflege eingesetzt. Zu Zeiten des 19. Jahrhunderts wurden dem Zahnputzpulver Ziegelmehl, Marmorpulver, Magensiumcarbonat, Eier-, Sepia- oder Austernschalen oder Holzkohle hinzugefügt. Salbei, Kalmussöl und Nelkenöl sorgten für einen besonderen Geschmack. Mit Karmin wurde die Paste in ein rosa bis dunkelrot gefärbt. Die Farbe war zu dieser Zeit total „in“. Immerhin waren das Zahnfleisch und die Lippen so rot, wie die Wangen. Solche Zahnputzpulver füllten Apotheker oder Fabriken, in Papiertüten oder Dosen ab. Angewendet wurden diese wie folgt: man stecke einen nassen Finger in das Pulver und verteile es in den Mund und auf die Zähne.

Im Übrigen gab es zu dieser Zeit auch die Zahnseife. Diese gab es sogar in flüssiger Form. Zahnbürsten existierten ebenfalls.

Washington W. Sheffield erfand mit nur 23 Jahren, im Jahre 1850, die erste Zahnpaste. Es dauerte dann noch fast 30 Jahre, bis die Zahnpasta in die Tube gelangte. Allerdings kam ihm ein Herr Namens Carl Sarg zuvor. 1920 geriet das Zahnputzpulver in Vergessenheit.

Was ist eigentlich in so einer Zahnpasta drinnen?

In einer Zahnpasta sind Feuchthalte- und Netzmittel, Schaumbildner, Geschmacksaromen, Konservierungsmittel, Farb- und Zusatzstoffe, Wirkstoffe mit vorbeugenden Eigenschaften gegen Karies etc. und ganz wichtig Putzkörper enthalten. Putzkörper sind zum Beispiel Schlämmkreide oder auch Marmorpulver. Bis zum Jahr 2014 wurden in Zahnpasten, Mikroplastik als Schleifmittel zugesetzt.

Wie lauten bzw. wie erkenne ich, ob in Produkten Mikroplastik zum Einsatz kam?

Mikroplastik wird in der Liste der Inhaltsstoffen mit den nachstehenden Abkürzungen ausgewiesen:

  • PE = Polyethylen
  • PP = Polypropylen
  • PET = Polyethylenterephthalat
  • PUR = Polyurethan
  • PA = Polyacrylat
  • PMMA = Polymethylmethacrylat
  • PS = Polystyren
  • PQta = Polyquaternium
  • Nylon-12 Nylon-12
  • Nylon-6 Nylon-6
  • AC =Acrylates Copolymer
  • ACS = Acrylates Crosspolymer

Ich habe mir, als grobe Faustregel, dazu gemerkt: alles was mit „P“ bei den Inhaltsstoffen aufgelistet ist, verweist überwiegend auf Plastik.

Laut BUND ist in folgenden Zahnpasten immer noch Mikroplastik enthalten:

  • Beovita Parodont Zahnfleischpflege vom Hersteller Gel Beovita Vital GmbH.
  • Kukident Professionell Haftcreme Med + Kamille vom Hersteller Reckitt Benckiser Deutschland GmbH.
  • Kukident Super Haftcreme Haftschutz vom Hersteller Reckitt Benckiser Deutschland GmbH.
  • Signal Whitening Pen White Now CC Touch vom Herrsteller Unilever .

 

Wie und welche Inhaltsstoffe wirken in den Zahnpasten?

Die vorsorgenden Eigenschaften der Zahncreme sind, der Schutz gegen Karies und der Schutz des Zahnschmelzes. Dafür werden Aminfluoride, Natriumfluorid, Natriummonofluorphosphat und Xylitol eingesetzt.

Warum eigentlich Zucker (Xylitol) in die Zahnpasta kommt und dann auch noch als Schutz gegen Karies angegeben wird, erschließt sich mir nicht. Ist wohl eine ungesunde Geschmacksgewohnheit, die von der Industrie bedient wird.

Natriumlaurylsulfat gilt als allergieauslösend und hautreizend. Dieser Stoff stand in Verdacht Mundgeschwüre auszulösen bzw. zu deren Entwicklung mit beigetragen zu haben. Mittlerweile werden ähnlich klingende Ersatzstoffe zur Herstellung genutzt, deren Wirkungsweise wohl nicht mehr so gesundheitsschädlich ist.

Gegen Plaque und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) werden Chlorhexident, Triclosan und Kunststoff-Micropellets eingesetzt. Für oder besser gesagt, um Zahnstein an den Zähnen zu verhindern, wird Pyrophosphat, eine energiereiche Phosphorverbindung, Zinksalze und Triclosan, den Pasten beigemischt.

Triclosan ist ein Desinfektionsmittel und absoluter Bakterienkiller. Allerdings führt dies zu bakterielle Resistenzen, was zur Folge hat, das bei „Supererregern“ keine Antibiotika mehr wirken. Nebenbei wird die Mundflora dadurch zerstört. Leider wurde dieser Stoff, der sich auch in anderen Hautprodukten befindet, nicht für Zahncremes vollends verboten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat daher die Empfehlung ausgesprochen, den Einsatz von Triclosan auf das notwendige Maß zu beschränken.

Fluoride sind in der Zahnpaste noch enthalten und härten den Zahnschmelz, verhindern somit Karies bei Kindern und Jugendlichen. Allerdings hat dieses Mittel toxische Eigenschaften. Eine halbe Tube Zahnpasta reicht aus, um ein Kind zu vergiften.

Weiterhin kommt ein Schaumbildner, Natriumlaurylsulfat, zum Einsatz. Dieser Stoff lockert die Essensreste und Zahnbeläge. Gebunden wird dieser „Dreck“ mit einem Netzmittel.

Sorbitol ist ein Feuchthaltemittel, es dient lediglich dazu, dass die Paste nicht austrocknet.

Zahnpasten, die Farbablagerungen entfernen sollen, können durch den RDA/REA-Wert (Abrasions-/Abriebwert) freiliegenden Zahnhälsen schaden. Wer empfindlich mit seinen Zähnen gegenüber Wärme, Kälte, Süßem oder Sauren reagiert, sollte in Betracht ziehen, dass ggf. die Zahnpasta dafür der Auslöser ist.

Zugesetzte Stoffe wie beispielsweise Menthol, Zimtöl, Pfefferminzöl, Kamille und Konservierungsstoffe, haben die Eigenschaft vereinzelt zu allergischen Reaktionen zu führen. Die Industrie hat deshalb Zahnpasten, für Allergiker die auf Korbblütler reagieren, auf den Markt gebracht.

Damit die Zahnpasten nicht im Kühlschrank gelagert werden müssen, kommen noch Parabene zum Einsatz. Parabene sind synthetische Konservierungsstoffe, sehr billig, gelten als möglicherweise krebserregend und als Auslöser für Allergien. Auf den Zahnpasten Tuben sind diese unter den Inhaltsstoffen wie Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben, Benzylparaben, Parahydroxybenzoat, Oxybenzoesäure, Oxybenzoat, Hydroxybenzoesäure, Hydroxybenzoat, PHB-Ester, etc.  zu erkennen.

Leider sind wir noch nicht am Ende mit den vielen Inhaltsstoffen. Es fehlen noch die Emulgatoren. Diese sorgen für eine einheitliche Konsistenz, damit beim Herausdrücken der Paste nicht nur das Wasser zuerst hervorkommt. Die Schleimhäute im Mund werden durch diesen Stoff durchlässiger, dadurch werden alle Stoffe die als kritisch gelten noch besser im Mund aufgenommen.

“Nur Zahnpasta? Eine gesundheitsschädigende Paste als Vorsorgemaßnahme.”

Gibt es Alternativen zu Zahnpasten?

Natürlich! Zum Beispiel gibt es den Miswak Zweig. Dieser entstammt einem Zahnbürstenbaum (Salvadora persica). Der Zahnbürstenbaum wächst in Arabien, Ostafrika und Vorderasien. Der Vorteil daran ist, dass die Zweige als Zahnbürste, Zungenschaber, Zahnfleischmasseur und als Zahnpasta gleichzeitig wirken. Im Miswak sind Wirkstoffe wie Fluorid (8-22ppm), Silicium und Calcium enthalten.

Zahnputztabletten enthalten weniger Inhaltsstoffe, denn die Tabletten kommen ohne Konservierungsstoffe und Feuchthaltemittel aus. Cellulose und Siliziumdioxid kommen als Abriebmittel zum Einsatz. Natriumhydrogencarbonat (Natron, als Säureregulator), Vitamin C (Arcorbinsäure) sorgt für besseren Speichelfluss, Xanthan sorgt für das Vermengen der Tablette mit dem Speichel, Magnesium als Formhalter der Tablette und Aromastoffe wie Stevia (Steviosid) und Menthol für den Geschmack. Die Zahnputztabletten gibt es mit und ohne Fluoride. Der Einzige kritische Inhaltsstoff ist Eugenol, das Entzündungen vorbeugen soll, aber auch als schleimhautreizend gilt.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit von Miswak und Zahnpasten aus?

Der Miswak hat natürlich einen langen Transportweg nach Deutschland. Allerdings produziert er auch Sauerstoff bei seinem Wachstum. Bei den Zahnputztabletten wird auf Wasser in der Produktion verzichtet. Zahnpasta Tuben bestehen aus viel Plastik. Die nicht ausquetschbaren Reste ergäben pro Jahr alleine, eine Fläche eines Fußballfeldes, in dem man kniehoch durch Zahnpasta watscheln könnte.

Welche Alternativen gibt es noch?

Selbermachen, lautet ganz klar die Antwort. Wer über gesunde Zähne verfügt, der braucht nicht viel für seine Zahnpflege. Ich putze seit zwei Jahren mit feinem Natronpulver und mit einer Zahnbürste aus Bambus meine Zähne. Der Zahnarzt hatte nichts zu bemängeln. Im Übrigen habe ich auch keine Zahnfüllungen oder sonstiges.

Wer nicht so gute Zähne hat oder skeptisch ist, kann zu dem Natronpulver (4TL), Tonerde (4TL) und Pfefferminzöl oder getrocknete Kräuter wie Minze, Zitronenmelisse, Rosmarin oder Salbei hinzufügen. Das Pulver wird zum Zähneputzen auf die leicht angefeuchtete Zahnbürste gegeben. Wer mit dem Salzgeschmack Schwierigkeiten hat, kann ein Süßungsmittel hinzugeben. Meine Meinung dazu ist, es ist alles eine Sache der Gewohnheit und Zucker gehört nicht zur Zahnpflege.

Wer lieber eine Zahnpasta haben möchte, benötigt hierzu 4 EL Kokosöl, 2 EL Natronpulver und Minzöl.

Fazit

Im Chemie Unterricht habe ich so viel gelernt: Wenn ich schon Schutzbrille, Maske und Handschuhe benötige, dann lasse ich lieber die Finger davon! Getreu dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, dass frisst er nicht. Eine Zahnpasta ist von den Inhaltsstoffen so unübersichtlich, das gehört nicht in meinen Mund und schon gar nicht drei Minuten und zweimal am Tag. Die Schleimhäute nehmen viel auf. So viel weiß ich dann auch noch. Dann reicht mir für den Mundgeruch, morgens einen Pfefferminztee trinken oder auf ein frisches Minzblatt zu kauen. Als Putzmittel reicht mir feines Natronpulver. Lieber einen Schritt rückwärtsgehen, um auf einen alten Weg mit Zukunft zu gehen.

Im Übrigen möchte ich es nicht versäumen, an dieser Stelle zu erwähnen, dass das Experimentieren mit Alternativen für die Zahnpflege, der eigenen Verantwortung obliegt. Es ersetzt keinen Besuch beim Zahnarzt. Dieser Bericht spiegelt meine eigene persönliche Meinung wieder.

Um sich einen Überblick über meine Recherche zu verschaffen folgen hier die Quellenangaben:

Quellen:

Wikipedia zu den Stichwörtern: Zahnpasta, zu allen Inhaltsstoffen, Zahnputztabletten und Miswak.

 

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